Berichte über OFARINs Corona-Programm in Afghanistan

OFARIN hatte ein kleines Corona-Programm begonnen. Die Krankheit kann in Afghanistan kaum durch die Behörden eingedämmt werden. Quarantänemaßnahmen sind angesichts der engen Wohnverhältnisse nicht durchführbar. Schließungen von Geschäften wurden schnell umgangen. Angeordnete Transportbeschränkungen für Baumaterial in die Stadt nahmen vielen Tagelöhnern die Einkommensmöglichkeiten und konnten nicht durchgehalten werden.

Afghanische Ärzte sind nicht so ausgebildet, dass sie in der Lage wären, sich auf die Behandlung dieser bisher unbekannten Krankheit einzustellen. Die Krankenhäuser sind nicht für eine solche Seuche ausgerüstet. Es gibt keine wirksame Schutzkleidung für Ärzte und Pfleger, so dass Personal aus den Krankenhäusern geflohen ist, wenn es Corona-Patienten behandeln sollte. In Kabul, das mindestens fünf Millionen Einwohner hat, behandeln nur zwei staatliche Krankenhäuser die Corona. Hinzu kommen viele kleine Privatkliniken. Überall müssen die Patienten und ihre Familien für alle Medikamente und Leistungen aufkommen, so z.B. für die Gummihandschuhe des Personals oder den Sauerstoff für Beatmungen. Richtige Intubationen sind praktisch unmöglich, da es dafür nur je ein Gerät in jedem der beiden Regierungskrankenhäuser gibt. Alleine ein Corona-Test kostet mindestens 100 $. Überall muss man damit rechnen, dass sich Ärzte durch unsinnigen Einsatz von Medikamenten und Leistungen bereichern wollen.

OFARIN hat sich daher entschlossen, nur wirtschaftliche Auswirkungen von Corona auf betroffene Familien nach Möglichkeit abzumildern. Meist geht es darum, dass Personen, die wesentlich zum Lebensunterhalt der Familie beitrugen, gestorben sind. Auch kann sich OFARIN nur um die Familien unserer Schüler und Lehrer kümmern. Nur hier haben unsere Mitarbeiter einen ausreichenden Einblick in die Lebensumstände der Betroffenen. Auch reichen OFARINs bescheidene Mittel nicht weit. Es werden zunächst meist 5000 Afghani (59 €) ausgezahlt, in einem Fall waren es 10.000 Afghani. Diese Beträge helfen – allerdings nur für eine begrenzte Zeit. Wir müssen uns auf weitere Unterstützungen für die gleichen Betroffenen einstellen.

Die Durchführung liegt ganz in den Händen unserer Kabuler Mitarbeiter, die immer zuverlässig und korrekt gearbeitet haben. Wir geben im Folgenden wieder, was Betroffene, denen wir geholfen haben, sagen. Das haben diese Menschen unseren Mitarbeiterinnen erzählt und die haben es in ihr Englisch übertragen. Wir bringen zunächst diese englischen Texte und übersetzen sie bei Gelegenheit auch ins Deutsche. Natürlich sind uns Menschen, denen wir in schlimmer Lage helfen, dankbar. Aber es gibt auch viele, die leer ausgehen, weil unsere Leute ihre Fälle für nicht ganz so schlimm halten und weil sie OFARINs begrenzte Möglichkeiten beachten müssen. Diese Zurückgewiesenen haben es schwer, mit der Entscheidung unserer Kollegen zurecht zu kommen. Unsere Kollegen haben keinen leichten Stand.

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